Simon von Nathusius
Der
Sohn (geb. 24.02.1865 in Althaldensleben) des Landrats
Heinrich von Nathusius
auf Althaldensleben
und dessen Ehefrau Luise, geb. Behmer, besuchte
die Klosterschule Rossleben, legte hier 1885 das
Abitur ab und studierte anschließend Jura und Geschichte
in Berlin sowie Landwirtschaft in Halle. Nach der
1891 erfolgten Promotion in Halle habilitierte er
sich 1897 an der Universität Breslau und wurde 1902
außerordentlicher Professor für Tierzucht in Jena.
Seit 1910 war er ordentlicher Professor für Landwirtschaft,
Ordinarius und Direktor der Abteilung für Molkereiwesen
und Tierzucht am Landwirtschaftlichen Institut der
Universität Halle. Noch als Student wurde Simon
von Nathusius Mitglied der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft
(1889), an deren Arbeit er regen Anteil nahm. |
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1896 wurde er in deren Sonderausschuss für Pferdezucht gewählt,
der seine Sympathien und wissenschaftlichen und praktischen
Neigungen in erster Linie gehörten. Er führte die Messungen
an Pferden zur Unterscheidung von Rasseverhältnissen in
Deutschland ein. Seit 1909 besorgte er im Auftrag der Deutschen
Landwirtschafts-Gesellschaft die Revision der deutschen
Pferdezucht-Verbände. Er trat in verschiedenen Vereinigungen
hervor und war z. B. Mitglied im Pferdezucht-Verband der
Provinz Sachsen und Mitbegründer und Vorstandsmitglied der
Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde. Mit Karl Steinbrück
begründete Simon von Nathusius das Kühn-Archiv (1911 ff.)
der Universität Halle und gab seit 1904 die Zeitschrift
Deutsche Pferdezucht heraus. Er erhielt die "Grosse
bronzene Medaille für Verdienste um die Pferdezucht".
Im Herbst 1912 wurde ihm zu Ehren der "Simon-von-Nathusius-Preis"
des Pferdezucht-Verbandes der Provinz Sachsen gestiftet.
Simon von Nathusius starb am 24.09.1913 in Halle.
Werke:
Unterschiede zwischen den morgen- und abendländischen
Pferdegruppen am Skelett und am lebenden Pferd. Beitrag
zur Rassenkunde von Haustieren, Dissertation, Halle 1891;
Über Vermessungen an lebenden Pferden, in: Jahrbuch der
DLG 10, 1895, Seiten 181-213; Die Hengste der Königlich
preussischen Landgestüte 1896-1897. Ein Beitrag zur Kunde
der Pferdeschläge in Deutschland, in: Arbeiten der DLG,
H. 43, 1899; (Hg.) Schwarzeneckers Pferdezucht. Rassen,
Züchtung und Haltung der Pferde, 1902; Die Pferdezucht
unter besonderer Berücksichtigung des betriebswirtschaftlichen
Standpunktes, 1902; Atlas der Rassen und Formen unserer
Haustiere, 1905; Vermessungen an Stuten, Hengsten und
Gebrauchspferden. Ein Beitrag zur Kunde der Pferdeschläge,
in: Arbeiten der DLG, H. 112, 1905.
Literatur:
Bio-Jahrbuch 18, 1913 (L); Meyers Konversations-Lexikon,
Bd. 14, 1908, Seite 422; F. Wohltmann, Nachruf, gehalten
in der Magdalenenkapelle zu Halle am 26.09.1913, in: Kühn-Archiv
3, 1913, V-VI; Konrad zu Putlitz/Lothar Meyer (Hg.), Landlexikon,
Bd. 4, 1913; Heinz Henseler, Sein Lebensbild, ebd. 3,
1913, VII-XIII; ders., Simon von Nathusius Seine Veröffentlichungen,
in: ebd. 4, 1914, 425-442 (W); Fritz Dinkhauser, Tierzucht,
in: Otto Keune (Hg.), Männer, die Nahrung schufen, 1952,
Seiten 342-344 und 542.
Autor:
Heinz Nowak (Magdeburger Biographisches Lexikon)