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Martin Nathusius

Martin Nathusius wurde am 08.03.1883 in Magdeburg als Sohn des Gottlob August Nathusius, des Inhabers der 1785 durch Johann Gottlob Nathusius gegründeten Tabak- und Zigarettenfabriken in Magdeburg und Calbe, geboren. Dem Besuch des Gymnasiums des Klosters Unser Lieben Frauen in Magdeburg folgte eine Ausbildung an der Kadettenanstalt. Im März 1902 trat er als Leutnant in die Armee ein und diente im ersten Weltkrieg als Generalstabsoffizier. Zuletzt im Kriegsministerium eingesetzt, schied er, der im Krieg mehrfach ausgezeichnet wurde, im März 1920 als Major aus dem aktiven Dienst aus. Nach seiner Militärzeit studierte er Volkswirtschaft an den Universitäten in Berlin und Würzburg, wo er auch promovierte. Im Anschluss war Martin Nathusius zunächst Praktikant und später Angestellter der landwirtschaftlichen Maschinenfabrik H. F. Eckert AG in Berlin. 1923 übernahm er als Direktor die Leitung der Maschinen- und Armaturenfabrik Magdeburg-Buckau (vormals C. Louis Strube AG). 1926 trat er als Mitinhaber in die von seinem Schwiegervater Eugen Polte gegründete Maschinen-, Armaturen- und Munitionsfabrik ein, die er gemeinsam mit seinem Schwager Arnulf Freiherr von Gillern leitete.

Eugen Polte

Eugen Polte wurde 1849 in Magdeburg geboren. Sein Vater war Bankkaufmann. Seine Kindheit und Jugend verlebte er in Weimar, wo er am Realgymnasium die Reifeprüfung ablegte. Seine Neigung zur Technik bestimmte seine Berufswahl.

1867 trat er als Zeichner in das Konstruktionsbüro der Maschinenfabrik von Hermann Gruson in Magdeburg ein. Er nahm am deutsch-französischen Krieg von 1870/71 teil. 1875 übernahm er nach einem technischen Studium in Berlin, erst 26 Jahre alt, die Stelle eines Oberingenieurs im expandierenden Unternehmen von Hermann Gruson. Er betätigte sich vorrangig auf dem Gebiet der Rüstungstechnik. 1885 wagte Polte den Schritt in die Selbständigkeit. Er erwarb eine kleine Armaturenfabrik. Anfangs beschäftigte er nur 23 Arbeiter. Sehr schnell wuchsen die Polte-Werke nach Eingang grosser Staatsaufträge zu einem bedeutenden Arbeitgeber in Magdeburg. Eugen Polte gehörte zu den Wegbereitern der automatisierten Fertigung in der Metallindustrie. 1903 wurde Eugen Polte zum Kommerzienrat ernannt, und 1909 verlieh ihm die Technische
 
© Magdeburger Biographishes Lexikon
Hochschule Berlin-Charlottenburg in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Waffentechnik ehrenhalber die Würde eines Dr.-Ing. Er starb 1911 in Magdeburg.

Neben seinen unternehmerischen Verpflichtungen engagierte sich N. für die allgemeine Entwicklung der Wirtschaft in Magdeburg und deren Umfeld. Martin Nathusius, der von den wirtschaftlichen Konsolidierungsplänen der Nationalsozialisten überzeugt war, trat 1929 der Industrie- und Handelskammer Magdeburg bei und wurde bereits Anfang 1931 zu deren Vizepräsidenten gewählt. Neben seiner Präsidiumsarbeit zu allgemeinen wirtschaftlichen Fragen widmete er sich besonders der Problematik der Niedrigwasserregulierung der Elbe. Martin Nathusius versah verschiedene Funktionen in Verbänden und Institutionen, unter anderem war er Ratsherr der Stadt Magdeburg. Er erlag am 04.03.1941 in München einer schweren und langwierigen Krankheit, die ihn bereits 1939 zur Niederlegung der Firmenleitung der Polte AG und im Folgejahr zur Aufgabe der Position des Gauwirtschaftsberaters zwang.

Werke: Die wirtschaftliche Struktur des Gaugebietes Magdeburg-Anhalt, 1936.

Literatur: Reichshandbuch 2, Seite 1304 (B).

Autoren: Horst-Günther Heinicke, Manfred Beckert (Magdeburger Biographisches Lexikon)

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