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Heinrich Engelhard von Nathusius

Der als siebtes Kind des Johann Gottlob Nathusius geborene Heinrich Engelhard übernahm nach abgeschlossener (Privat-) Schulbildung 1849 von seinem Bruder Philipp von Nathusius nach dessen Verzicht das Gut Althaldensleben. 1854-11863 hatte er das Amt des Landrats des Kreises Neuhaldensleben inne. Er heiratete die Tochter des bekannten Schafzüchters Rudolf Behmer und hatte mit ihr 13 Kinder. Besonders als Pferdezüchter erwarb sich Heinrich Engelhard von Nathusius einen Namen. Früher passionierter Züchter edler Pferde, ging er in den 1860er Jahren zur Zucht schwerer Arbeitspferde (Clydesdales) über und konnte für die Anerkennung dieser Zuchtrichtung durch persönlichen Einfluss und seine Schriften (s.u.) außerordentlich viel bewirken. Er hielt das Clydesdale-Gestütsbuch für Deutschland. Von seinem Schwager Rudolf Behmer beraten, hielt er ausserdem eine Merinofleischschaf-Stammherde.
 
© Mark Nikolaus von Nathusius

Auch machte er sich um das landwirtschaftliche Ausstellungswesen einen Namen und brachte 1852 die ersten Drillmaschinen nach Deutschland. Heinrich Engelhard von Nathusius gehörte zu den Wegbereitern der Dampfbodenkultur. Als anregender Landwirt trat er in zahlreichen Vereinigungen hervor, z. B. als Direktor des Landwirthschaftlichen Vereins im Kreise Neuhaldensleben und Umgegend (gegründet 1847, ca. 400 Mitglieder in 138 Ortschaften), als Mitglied im Vorstand des Landwirthschaftlichen Central-Vereins der Provinz Sachsen, als Mitglied des Magdeburger Vereins für Landwirthschaft und landwirthsches Maschinenwesen, als Vorsitzender des Komitees für die Berliner Mastviehausstellung, der Deutschen Viehzucht- und Heerdbuch-Gesellschaft und als Mitbegründer der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (im Vorstand - Abteilung Tierzucht). Zudem gehörte er als Konservativer dem Provinzialrat der Provinz Sachsen an und war im Ausschuss der Magdeburg-Halberstädter- Eisenbahn-Gesellschaft. Ebenso war er Vorsteher der Rettungshäuser für sittlich verwahrloste Kinder in Althaldensleben und Hillersleben.

Werke: Bemerkungen über Lichtbilder von Thieren, in: Zs. des landwirthschaftlichen Central-Vereins der Provinz Sachsen 21, 1864, Seiten 82-84; Über die Lage der Landespferdezucht in Preussen, 1872; Mittheilungen über Dampfbodenkultur (auf dem Congress deutscher Landwirthe), in: Zs. des landwirthschaftlichen Central-Vereins der Provinz Sachsen 31, 1874, Seiten 101-104; Das schwere Arbeitspferd mit besonderer Rücksicht auf den Clydesdale. Reiseeindrücke, Erfahrungen und Betrachtungen, 1882; Über die Zucht schwerer Arbeitspferde und die Mittel zu ihrer Beförderung in Preussen, 1885; (Hg.) Dt. Poland-China-Schweine-Heerdbuch (mit J. C. Funch und Heinrich von Mendel), 1886.

Literatur: Heinrich von Mendel, H. v. N. - Althaldensleben, in: Zs. des landwirthschaftlichen Central-Vereins der Provinz Sachsen 47, 1890, Seiten 321ff. (B); ders., Heinrich von Nathusius, in: Jahrbuch der DLG 6, 1891, Seiten 251-262 (B); Wilhelm von Nathusius, Heinrich von Nathusius, in: Landwirtschaftliches Jb. 20, 1891, Seiten 237-260; Brockhaus Konversations-Lexikon, Bd. 12, 141894, Seite 192; Simon von Nathusius, Die Althaldensleber Clydesdale-Zucht, in: Deutsche landwirtschaftliche Presse 28, 1901, Seiten 1149ff.; Konrad zu Putlitz/Lothar Meyer (Hg.), Landlexikon, Bd. 4, 1913.

Autor: Heinz Nowak (Magdeburger Biographisches Lexikon)

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