Verein
im benachbarten Seehausen, dessen Dirigent er wurde.
Seit 1852 wandte er sich ernsthaft der Rindviehzucht
zu und tat sich mit Shorthorn-Holländer-Kreuzungen
hervor. Auch in der Zucht von schweren Schrittpferden
bewies er eine glückliche Hand und erhielt für die
seit 1853 gezüchteten Percherons mehrfach Auszeichnungen,
auch auf internationalen Ausstellungen. In der Erzielung
von Fettvieh (Ochsen) und in der Schafhaltung war
er nicht minder erfolgreich, wozu ihm die ausgedehnte
Feldwirtschaft seines Gutes die Mittel an die Hand
gab. August Engelhard von Nathusius gehörte auch
zu den Aktionären der Zuckerfabrik in Klein Wanzleben.
Seit seinem Antritt in Meyendorf war er in der Ritterschaftlichen
Feuersocietät des Fürstentums Halberstadt in leitenden
Funktionen tätig. Bedeutend waren seine Zuwendungen
zu den Stiftungen seiner Geschwister Johanne
Nathusius und Philipp Engelhard von Nathusius,
den Anstalten in Neinstedt und Detzel. Die Parkanlagen,
die Bibliothek und eine bedeutende Bildnissammlung
zogen manchen gelehrten Besucher an, u. a. den Dichter
Hoffmann von Fallersleben. August Engelhard von
Nathusius hat nur wenig publiziert, dafür seine
Fähigkeiten in der praktischen Wirtschaftsführung
erprobt. Er starb am 09.09.1884 in Meyendorf.
Werke:
Noch einige Worte über den Erdäpfelbau, in: Zs.
des landwirthschaftlichen Central-Vereins der Provinz
Sachsen 15, 1858, Seiten 58-60; Die frühzeitige
Ausbildung der Percherons schon im Mutterleibe,
in: ebd. 21, 1864, Seiten 8–11; Fütterungsversuche
mit Cocoskuchen, in: ebd. 28, 1871, Seite 10; Schutz
gegen Kleeseide, in: ebd. 34, 1877, Seiten 70f.
Literatur:
Hermes & Weigel, Topographie, Bd. 2, 1842, Seite
81; Landwirthschaftliche Mittheilungen der Magdeburg-Neuhaldensleber
Vereine 2, Nr. 10, 1852; Hoffmann von Fallersleben,
Mein Leben, Bd. 4, 1868, Seiten 282f.; Traugott
Pietsch, Die Neinstedter Anstalten, in: Die Provinz
Sachsen, Bd. 2, 1902, Seiten 213-220; Eva Hoffmann-Aleith,
Johanne (Roman), 1980; Heinz Nowak, Die Nathusius'
im 19. Jahrhundert - eine Bibliographie, Ms. o.
J. (Börde-Museum Ummendorf).
Autor:
Heinz Nowak (Magdeburger Biographisches Lexikon)