HOME
 
 

August Engelhard von Nathusius

Am 22.09.1818 als fünftes Kind des Johann Gottlob Nathusius in Althaldensleben geboren, genoss August Engelhard von Nathusius eine frühe Ausbildung durch Hauslehrer und war schon als 15-jähriger in der Verwaltung der Obstweinkellerei des Vaters in Hundisburg als Rechnungsführer beschäftigt. Er erweiterte seine Kenntnisse durch eine kaufmännische Lehre in einem Magdeburger Kontor und unterstützte schließlich seinen Bruder Philipp Engelhardt von Nathusius in der Leitung der Güter Althaldensleben und Meyendorf. Letzteres führte er nach dem Tode des Vaters (1835), hier verwirklichte er dessen Pläne zur Gestaltung der weitläufigen Gartenanlagen und Obstpflanzungen im Umfeld des ehemaligen Zisterzienserklosters. 1846 begründete August Engelhard von Nathusius, dem Beispiel seines Bruders Heinrich von Nathusius folgend, den landwirtschaftlichen
 

Verein im benachbarten Seehausen, dessen Dirigent er wurde. Seit 1852 wandte er sich ernsthaft der Rindviehzucht zu und tat sich mit Shorthorn-Holländer-Kreuzungen hervor. Auch in der Zucht von schweren Schrittpferden bewies er eine glückliche Hand und erhielt für die seit 1853 gezüchteten Percherons mehrfach Auszeichnungen, auch auf internationalen Ausstellungen. In der Erzielung von Fettvieh (Ochsen) und in der Schafhaltung war er nicht minder erfolgreich, wozu ihm die ausgedehnte Feldwirtschaft seines Gutes die Mittel an die Hand gab. August Engelhard von Nathusius gehörte auch zu den Aktionären der Zuckerfabrik in Klein Wanzleben. Seit seinem Antritt in Meyendorf war er in der Ritterschaftlichen Feuersocietät des Fürstentums Halberstadt in leitenden Funktionen tätig. Bedeutend waren seine Zuwendungen zu den Stiftungen seiner Geschwister Johanne Nathusius und Philipp Engelhard von Nathusius, den Anstalten in Neinstedt und Detzel. Die Parkanlagen, die Bibliothek und eine bedeutende Bildnissammlung zogen manchen gelehrten Besucher an, u. a. den Dichter Hoffmann von Fallersleben. August Engelhard von Nathusius hat nur wenig publiziert, dafür seine Fähigkeiten in der praktischen Wirtschaftsführung erprobt. Er starb am 09.09.1884 in Meyendorf.

Werke: Noch einige Worte über den Erdäpfelbau, in: Zs. des landwirthschaftlichen Central-Vereins der Provinz Sachsen 15, 1858, Seiten 58-60; Die frühzeitige Ausbildung der Percherons schon im Mutterleibe, in: ebd. 21, 1864, Seiten 8–11; Fütterungsversuche mit Cocoskuchen, in: ebd. 28, 1871, Seite 10; Schutz gegen Kleeseide, in: ebd. 34, 1877, Seiten 70f.

Literatur: Hermes & Weigel, Topographie, Bd. 2, 1842, Seite 81; Landwirthschaftliche Mittheilungen der Magdeburg-Neuhaldensleber Vereine 2, Nr. 10, 1852; Hoffmann von Fallersleben, Mein Leben, Bd. 4, 1868, Seiten 282f.; Traugott Pietsch, Die Neinstedter Anstalten, in: Die Provinz Sachsen, Bd. 2, 1902, Seiten 213-220; Eva Hoffmann-Aleith, Johanne (Roman), 1980; Heinz Nowak, Die Nathusius' im 19. Jahrhundert - eine Bibliographie, Ms. o. J. (Börde-Museum Ummendorf).

Autor: Heinz Nowak (Magdeburger Biographisches Lexikon)

home