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Königsborn

Der Ortschaft Königsborn (heute knapp 700 Einwohner) gehört zu den wenigen Gemeinden im Jerichower Land, die keinen Namen slawischen Ursprungs tragen. Der Name Königsborn steht im Zusammenhang mit der Quelle am Gutshaus in Königsborn. Sie sprudelt heute noch. Wie Bodenfunde belegen, gehen die Anfänge der Besiedlung auf die früh- und vorgeschichtliche Zeit zurück. Die erstmalige urkundliche Erwähnung/Namensgebung liegt zwischen den Jahren 1152 und 1192. Es lassen sich folgende Schreibweisen finden: Cuningsburne (1192), Köningesbornen (1211), Königesborne (1275), Köningsborn (1402) und Königesbrun (1562).

Kern der Ortschaft war vermutlich ein Rittergut, welches im 13. Jahrhundert vom Magdeburger Erzbischof Wichmann (das Jerichower Land gehörte zum grössten Teil zum Erzbistum Magdeburg) dem Magdeburger Kloster "Unserer Lieben Frauen" zugeschlagen wird. Wenigstens ab 1275 gehört Königsborn zum Kirchspiel Pechau. Eine adelige Familie Königsborn, verwandt mit der Familie von Welsleben, scheint das Gut im 13. und beginnenden 14. Jahrhundert bewirtschaftet zu haben. Bis zum 15. Jahrhundert gehört die Anlage dann wieder zu einem Kloster, dem Lorenzkloster in der Neustadt Magdeburg, die es an die Familie von Alvensleben verkauft.


Schloss Konigsborn, 1992, leerstehend, © Oda Nowrath

In der Folge erlebt es einige Besitzerwechsel, bis es erneut an einen Alvensleben gelangt. Es folgen Eigentümer aus den Familien Hübner, von Ziesegar, den Grafen Chazot, von Gansauge, von Treskow und Gossler. Vermutlich unter den Treskows wurde auf dem Gut eine Seidenmanufaktur angelegt. Gossler, ein Kriegsrat, liess ein Schloss erbauen und verkaufte die Anlage 1834 an Johann Gottlob Nathusius. Nach dessen Tod im Jahr darauf, übernahm sein Sohn Wilhelm von Nathusius das Schloss und die Landwirtschaft. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Hofseite des Schlosses durch den Anbau einer quadratischen Eingangshalle an Stelle der ursprünglich vorhandenen, geraden Freitreppe verändert.

Auch August Heinrich Hoffmann von Fallersleben lebte eine zeitlang in Königsborn. Auf die Einladung von Wilhelm von Nathusius, einem Bruder des Hoffmann-Förderers Philipp von Nathusius, besuchte er Königsborn. Die grosszügigen Parkanlagen des Schlosses gefielen ihm gut und inspirierten ihn in seinem Schaffen. Hier traf er auch eine Jugendfreundin der Hausfrau (Marie von Nathusius, geborene von Meibom) - Elvira Detroit. Diese selbständige und freisinnige junge Frau, die für ihren Lebensunterhalt selbst zu sorgen hatte und als Erzieherin in Warschau bei einer russischen Familie lebte, war eine zeitlang seine Muse.
 
© Fallersleben-Archiv

Ein Briefwechsel zwischen Elvira und Hoffmann von Fallersleben belegt den Wunsch des Dichters, sein unstetes Leben in Deutschland aufzugeben und nach Texas auszuwandern. Elvira hielt ihn davon ab.

Mit der Bodenreform nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut enteignet und das Land an 49 Neubauern vergeben. Königsborn gehört heute zur Verwaltungsgemeinschaft Biederitz des Jerichower Landes.
 
© allesklar

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