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Hundisburg

Die damalige Burg ist erstmalig 966 als Sitz der Haldenslebener Markgrafen erwähnt. 998 wird von "Hooldesleua" (woraus sich vermutlich der spätere Name Haldensleben entwickelt), einem Burgwardbezirk berichtet. Der heutige Name Hundisburg geht auf die Bezeichnung "Hunoldisburch" oder "Hunoldesburch" zurück, unter der die Anlage im Jahre 1140 dokumentiert wird. Sie war damals eine Uferrandburg an einer befestigten Strasse, und diente als Grenzfestung des Erzbistums Magdeburg. 1167 wird die - vermutlich durch Erbschaft - in den Besitz Heinrichs des Löwen gelangte Burg von dem Magdeburger Erzbischof zerstört.


Schloss Hundisburg etwa um 1820, © Mark Nikolaus von Nathusius

Die wiedererrichtete Burg gelangt 1452 in den Besitz der Familie von Alvensleben, und wird zwischen 1544 und 1602 von Ludolf (X.) von Alvensleben zu einem Renaissanceschloss um- und ausgebaut. Es entsteht ein grosser Lustgarten vor dem Schloss. Der alte Bergfried (jetzt Südturm) und die Ringmauer bleiben erhalten. Der Dreissigjährige Krieg (1618-1648) bringt Zerstörung über die Region und auch das Schloss (Hauptquartier des Gottfried Heinrich Graf von Papenheim bei der Belagerung Haldenslebens). Um 1645 ist es nicht mehr bewohnbar. Bis 1654 wird das Schloss wieder aufgebaut.

Das Hundisburger Schlosstor wurde einer Ueberlieferung zufolge in Paris von einem Schmiedeunternehmen angefertigt. Ein Hundisburger Bauer kaufte sich durch die Abholung und den Transport des Tores mit einem Gespann nach Hundisburg frei. Das Tor wurde 1750 auf Schloss Hundisburg montiert. Vor dem 2. Weltkrieg war es schwarz lackiert, während des Krieges in Flechtingen eingelagert, es erhielt erst 1994 seine jetzigen Farben gold und blau.


© Joachim von Nathusius

Von 1693 bis 1712 erfolgt der erneute Umbau des Schlosses und der Fassade zum - jetzigen - Barockschloss. Bauherr ist Johann Friedrich (III.) von Alvensleben, Architekt der Braunschweiger Landbaumeister Hermann Kolb. Der mittelalterliche Bergfried erhält um 1700 ein Pendant auf der Nordseite des Schlosses, den sogenannten Bibliotheksturm. Das Schloss erhält einen Barockgarten. Im 18. Jahrhundert besuchen viele prominente Gäste das Schloss, unter anderem die preussischen Könige Friedrich I., Friedrich Wilhelm I., und Friedrich II.


Schloss Hundisburg um 1938, © Mark Nikolaus von Nathusius

Johann Gottlob Nathusius erwirbt das Schloss 1811 und verbindet es mit dem benachbarten ehemaligen Kloster Althaldensleben, welches er bereits ein Jahr zuvor erwarb, durch einen englischen Landschaftspark. Das Schloss wird nun Mittelpunkt des von Johann Gottlob geschaffenen Agrar- und Industriekonglomerats. Auch die Hundisburg selbst wird (unter Johann Gottlob) teilweise als Produktions- und Forschungsstandort genutzt. Nach dem Tod von Johann Gottlob wird die Hundisburg von seinem Sohn Hermann von Nathusius übernommen und Stammsitz der Nathusius-Linie Hundisburg.


Blick auf den Wirtschaftshof, © Joachim von Nathusius

Nach dem zweiten Weltkrieg beziehen sowjetische Soldaten das Schloss und verursachen einen Brand, der den Grossteil des Schlosses zerstört. Die Familie Nathusius (letzter Besitzer: Gottlob von Nathusius) wird 1945 enteignet, der Wirtschaftshof wird Sitz eines DDR-Volksgutes.


Das Schloss 1980, © Mark Nikolaus von Nathusius

Seit 1991 wird das Schloss nach und nach rekonstruiert. Es befindet sich seit 1995 im Besitz der Stadt Haldensleben, deren Stadtteil die Ortschaft Hundisburg ist. Der Trägerverein Kultur-Landschaft Haldensleben-Hundisburg e.V. engagiert sich im teilweise bereits wiederaufgebauten Schloss mit der Organisation von kulturellen Veranstaltungen, heimatkundlichen und künstlerischen Ausstellungen sowie dem Betrieb von Gastronomie und einer Jugendherberge. Jährlicher Höhepunkt auf Schloss Hundisburg ist die Internationale Sommermusik-Akademie.


Hundisburg im Jahr 2004, © Felix von Nathusius


© Felix von Nathusius


Barockgarten, © Felix von Nathusius

Die Hundisburg ist das bedeutendste barocke Landschloss Sachsen-Anhalts.

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