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Familiengeschichte

Anfänge

Der wendische Ursprung des Namens und der Familie gilt als gesichert. Schon im 14. und 15. Jahrhundert lebten in der von Sorben besiedelten Ober- und Niederlausitz Träger von Vorgängern des Familiennamens. Von welcher der damaligen Familien der Natisch, Natusch, Natus oder Nathus der heute älteste, eindeutig zurückzuverfolgende Vorfahre der Familie, Hans Nathusius, abstammt, ist jedoch nicht mehr zu klären. Dieser Hans Nathusius lebte in Priebus, einem schlesischen (heute polnischen) Städtchen an der Neisse, etwa 50 km entfernt von Görlitz. Er hatte ab 1548 in Frankfurt/Oder studiert und war später zunächst als Stadtschreiber, dann als Richter und Ratsherr in Priebus tätig. Sein Sohn Elias war Schulmeister - ebenfalls in Priebus. Dessen Sohn Elisäus wurde etwa 1585 geboren und studierte in Frankfurt/Oder und Wittenberg. Er wurde später (1637) Rektor an der Stadtschule von Lübben im Spreewald. Sein Sohn Christian ist der Stammvater der Mitglieder des Familienverbandes.

Christian Nathusius (1625 - 1707)

Christian Nathusius, Ur-Enkel des Hans Nathusius, wurde in Priebus geboren. Er studierte Theologie an der Universität Königsberg. Ab 1653 war er als Hauslehrer bei den Reichsgrafen Solms-Sonnewalde tätig und wurde später von ihnen auf verschiedene Diakonie- und Pfarrstellen (Gehren, Riedebeck, Schönewalde, Friedersdorf, Sonnewalde, Zeckerin, Gossmar) berufen. Christian Nathusius verband zeitlebens ein enges Verhältnis mit der Familie der Grafen zu Solms. So richteten sie seine Hochzeit aus und wurden Paten seiner Kinder.

Heinrich Wilhelm I. Nathusius (1670 - 1737)

Von den 10 Kindern des Christian Nathusius brachte es Heinrich Wilhelm Nathusius, direkter Vorfahre aller derzeitigen Mitglieder des Familienvereines, zu Wohlstand. Er war Pächter des Gräflich Solm'schen Gutes Drehna, sowie der Güter Weissack und Waltersdorf. Vermutlich 1717 erwarb er ausserdem das Rittergut Zagelsdorf, welches aber bereits 4 Jahre später wieder verkauft wurde.

Heinrich Wilhelm II. Nathusius (1717 - 1786)

Vom zweitältesten Sohn von Heinrich Wilhelm I. Nathusius stammen alle heutigen Mitglieder des Familienverbandes ab. Er hatte sich 1734 mit 17 Jahren an der Universität Wittenberg immatrikuliert und studierte dort Jura. Später war er zunächst kurfürstlich-sächsischer, dann königlich-preussischer Generalakzise- und Fleischsteuer-Einnehmer. Seine Söhne sind u.a. Johann Gottlob und Friedrich August Nathusius.

Johann Gottlob Nathusius (1760 - 1835)

Er ist der Bekannteste unter den Nachkommen des Christian Nathusius (sein Ur-Grossvater). Aus bescheidenen Verhältnissen kommend, schuf er mit viel Fleiss und Unternehmergeist aus dem Nichts ein bedeutendes Lebenswerk. Er war angesehener Kaufmann und Generalfabrikdirektor in Magdeburg, Mitglied des westfälischen Landtags und des sächsischen Provinziallandtages, Industrieller, sowie Schloss- und Rittergutbesitzer auf verschiedenen Gütern in der Magdeburger Umgebung.

Fünf Söhne von Johann Gottlob Nathusius wurden 1840 (Hermann Engelhard) und 1861 geadelt. Sie begründeten die folgenden Nathusius-Linien:

Heinrich Engelhard von Nathusius - "Linie Althaldensleben"
Hermann Engelhard von Nathusius - "Linie Hundisburg"
Wilhelm Engelhard von Nathusius - "Linie Königsborn"
August Engelhard von Nathuius - "Linie Meyendorf"
Philipp Engelhard von Nathusius - "Linie Neinstedt"

Friedrich August Nathusius (1762 - 1827)

Friedrich August Nathusius, jüngerer Bruder des Johann Gottlob Nathusius, studierte als einziges der Kinder von Heinrich Wilhelm II. Nathusius ab 1784 an den Universitäten Wittenberg und Halle. Er wurde später kurfürstlicher Akziseeinnehmer, danach königlich-preussischer Steuerendant und Bürgermeister von Kemberg.

Sein Sohn Heinrich Moritz Nathusius (1815-1886) ist der Begründer der "Magdeburger Linie" der Familie.

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